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Infrastruktur
Infrastruktur2026-04-07

DNS-Adblocking im Eigenbetrieb: Pi-hole vs. AdGuard Home

Werbung blockiert man nicht am Browser, sondern am DNS. Beide Tools — Pi-hole und AdGuard Home — tun das zuverlässig, aber sie unterscheiden sich in Details, die im Alltag relevant werden.

Pi-hole — Admin-Dashboard
Das Admin-Dashboard von Pi-hole: Anfragen, geblockte Domains und der Verlauf der letzten 24 Stunden.

Das Prinzip: DNS-Sinkhole

Ein DNS-Server, der Anfragen an bekannte Werbe- und Tracking-Domains ins Leere laufen lässt. Der Client fragt ads.doubleclick.net an — und bekommt 0.0.0.0 zurück. Keine Werbung, kein Tracking, netzwerkweit, für alle Geräte.

Pi-hole

Der Platzhirsch. Leichtgewichtig, stabil, riesige Community. Das Setup ist in 10 Minuten erledigt:

curl -sSL https://install.pi-hole.net | bash

Pi-hole bringt ein aufgeräumtes Web-Interface, DHCP-Option, Query-Log, Whitelist/Blacklist und Groups. Die Stärke liegt in der Transparenz: Sie sehen live, welche Clients welche Domains anfragen — nützlich für Fehlersuche und forensische Fragen.

Lange galt: Pi-hole kann DoH/DoT nur über Hilfskonstruktionen (etwa cloudflared), und die Oberfläche fühlte sich nach 2018 an. Mit Pi-hole v6 hat sich das deutlich gewandelt: Das Projekt ersetzte den alten lighttpd/PHP-Unterbau durch einen eingebetteten Webserver, brachte eine native REST-API, integriertes HTTPS/TLS und eine TOML-basierte Konfiguration mit. Das modernisiert genau die Punkte, an denen AdGuard Home früher vorne lag.

AdGuard Home

AdGuard Home tut dasselbe, bringt aber DoH/DoT seit jeher out of the box mit. Die Filterlisten-Verwaltung ist komfortabel, das Deployment einfach — Docker-Image, ein Befehl.

docker run -d --name adguardhome -p 53:53/tcp -p 53:53/udp adguard/adguardhome

AdGuard Home kann mehr als DNS-Filterung: es bringt einen DHCP-Server mit, Client-Identifizierung und ein simples, aber brauchbares Parental-Control-Feature.

Was Pi-hole nach wie vor stark macht: die schiere Menge an dokumentierten Edge Cases. Wenn Pi-hole läuft, läuft es.

Rekursives DNS mit unbound

Wer Tracking konsequent vermeiden will, hängt hinter den Filter einen rekursiven Resolver: unbound fragt direkt die Root- und autoritativen Server, statt Anfragen an Google oder Cloudflare weiterzureichen. Beide Tools spielen problemlos mit unbound zusammen — der DNS-Verlauf bleibt dann vollständig im eigenen Haus.

Redundanz: DNS ist kritisch

Ein einzelner DNS-Resolver ist ein Single Point of Failure — fällt er, steht das halbe Netz. In Betrieben fahren wir deshalb zwei Instanzen (primär/sekundär per DHCP verteilt) und halten deren Blocklisten und Einstellungen synchron (etwa per Gravity Sync für Pi-hole bzw. AdGuard-Sync). Beide laufen als Container auf dem Proxmox-Host oder auf einem Raspberry Pi.

Direkter Vergleich

KriteriumPi-hole (v6)AdGuard Home
SetupSehr einfachSehr einfach
DoH / DoTIntegriert (v6)Out of the box
REST-APINativ (v6)Nativ
OberflächeModernisiert (v6)Modern, aufgeräumt
DHCP-ServerJaJa
Parental ControlNeinJa (einfach)
Reife & StabilitätSehr hochHoch
CommunityRiesigWachsend

Unsere Empfehlung

Mit v6 ist der frühere Vorsprung von AdGuard Home weitgehend dahin — Pi-hole ist wieder vollumfänglich konkurrenzfähig. Für bestehende Pi-hole-Setups: kein Migrationsdruck, einfach auf v6 heben. Für neue Installationen sind beide eine gute Wahl; AdGuard Home punktet mit Parental Control, Pi-hole mit Reife und Community. Netzwerkweites Adblocking gehört in jede Infrastruktur, die wir betreuen.

Weiterführende Quellen