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KI & Entwicklung
KI & Entwicklung2026-03-20

Codex, Gemini CLI & Co: Die Agenten-Landschaft 2026

Der Markt für agentische Coding-Werkzeuge ist 2026 erstaunlich reif und vielfältig. Wir setzen bewusst mehrere ein, statt uns auf ein Ökosystem festzulegen. Um mehrere davon nebeneinander produktiv zu halten, orchestrieren wir sie zunehmend von einer einzigen Oberfläche aus, der Orca IDE.

Die großen Drei

Claude Code (Anthropic). Unser Arbeitspferd: stark im Umgang mit großen Codebasen, sauber im Werkzeug-Einsatz (MCP), gut steuerbar über Projektregeln und Skills. Wenn ein Repo groß und unübersichtlich ist, ist Claude Code meist die erste Wahl. Mehr dazu im eigenen Beitrag.

Codex (OpenAI). OpenAIs Coding-Agent, sowohl als CLI als auch als cloud-gestützter Agent. Stark in der Integration ins OpenAI-Ökosystem und bei breit verbreiteten Sprach- und Framework-Mustern. Wer ohnehin in diesem Ökosystem unterwegs ist, findet hier einen sehr glatten Pfad.

Gemini CLI (Google). Googles quelloffener Terminal-Agent. Interessant durch die Offenheit, die Anbindung an Googles Modelle und die großen Kontextfenster: nützlich, wenn viel Code oder lange Doku auf einmal in den Kontext müssen. Neben diesen dreien holen offene Herausforderer schnell auf. Einen davon schicken wir in unserem Vergleich Kimi K3 gegen Claude Code und Codex ins Rennen.

Warum mehrgleisig

  • Stärken streuen: Modelle sind unterschiedlich gut in unterschiedlichen Aufgaben. Wer nur ein Tool kennt, sieht nur dessen Blickwinkel. Was Claude Code dominiert, kann Codex anders lösen — und umgekehrt.
  • Unabhängigkeit: Kein Lock-in an einen Anbieter oder ein Preismodell. Wenn eine API sich ändert oder der Preis steigt, ist nicht die ganze Pipeline blockiert.
  • Daten-Souveränität: Für sensible Projekte koppeln wir Agenten mit eigenen, on-prem gehosteten Modellen (vLLM, Ollama). Die Daten bleiben im Haus.

Daten-Souveränität als harter Faktor

Für Mittelständler in DACH ist der letzte Punkt oft der entscheidende. Kunden- und Geschäftsdaten verlassen das Haus nicht über eine Coding-API. Die Lösung ist ein hybrider Ansatz: Agenten-Steuerung und Werkzeug-Logik bleiben auf der eigenen Infrastruktur, nur die Modellinferenz läuft, wo nötig, on-prem. Mit vLLM und Ollama lässt sich das heute ohne großen Aufwand realisieren. Cloud-gebundene Agenten sind für nicht-sensible Arbeit fein; für alles, was schützenswert ist, bleibt der Agent im Haus.

Wie wir pro Aufgabe wählen

Die Wahl des Werkzeugs richtet sich nach der Aufgabe, nicht nach Vorliebe. Bei großen, unbekannten Repositories ist Claude Code meist die beste Wahl: Es hält den Überblick und hält sich an Projektregeln. Bei eng in das OpenAI-Ökosystem eingebetteten Projekten, etwa mit starker Nutzung von OpenAI-Diensten, greifen wir zu Codex. Wenn sehr große Kontexte gefragt sind, ganze Codebases oder lange technische Dokumente auf einmal, ist Gemini CLI mit seinem breiten Fenster im Vorteil.

Für sensible Vorhaben schließlich kommt ohnehin nur der on-prem-Pfad in Frage, unabhängig davon, welches Frontend den Agenten gerade steuert. Die richtige Frage ist nicht, welches Tool am besten ist, sondern welches zur konkreten Aufgabe und den jeweiligen Daten passt.

Das Werkzeug ist nicht die Arbeit

Alle drei sind beeindruckend. Aber das gemeinsame Muster bleibt: planen, ausführen, verifizieren, unter menschlicher Aufsicht. Das Werkzeug beschleunigt das Handwerk; ersetzen tut es es nicht. Genau dieses Handwerk ist es, das wir beitragen.

Weiterführende Quellen