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Security
Security2026-05-19

Patch-Management ohne SCCM: Updates im KMU-Alltag

Ungepatchte Systeme sind das häufigste Einfallstor für Angreifer — nicht Zero-Days, sondern bekannte Lücken von vor sechs Monaten. NIS2 verlangt Patch-Management als Pflichtmassnahme. So machen wir es, ohne grosse Lizenzkosten.

Linux-VMs: unattended-upgrades

Ubuntu und Debian bringen unattended-upgrades mit. Aktiviert, zieht es Sicherheitspatches automatisch und installiert sie nachts.

apt install unattended-upgrades
dpkg-reconfigure --priority=low unattended-upgrades

Wichtig: das betrifft nur Sicherheits-Updates aus den offiziellen Repos — keine Major-Versionssprünge, keine Kernel-Panik am Produktivsystem. Die Konfiguration erlaubt präzise Steuerung, welche Paketquellen automatisch aktualisiert werden.

Proxmox-Hosts

Proxmox bringt seinen eigenen Update-Mechanismus. Ohne Subscription (für nicht-produktive Systeme) oder mit Subscription (für den ernsten Betrieb). Der ist kein Selbstläufer — wir setzen ein monatliches Wartungsfenster am ersten Sonntag, 6:00–8:00 Uhr.

apt update && apt dist-upgrade
# Prüfen, ob Reboot nötig
[ -f /var/run/reboot-required ] && reboot

Im HA-Cluster wird ein Host nach dem anderen aktualisiert. VMs wandern per Live-Migration auf die verbleibenden Knoten. Der Dienst läuft weiter, während gepatcht wird.

Docker-Container: Der unterschätzte Pflegefall

Container-Images veralten. Nicht der Code — der tut noch — aber das Basis-Image darunter sammelt CVEs. Docker-Updates ersetzen das Image komplett:

docker compose pull
docker compose up -d

Das automatisiert niemand blind. Ein Watchtower kann das, aber wir bevorzugen manuelles Triggern mit vorherigem Snapshot der VM, auf der die Container laufen. Welches Image überhaupt verwundbar ist, zeigt ein Schwachstellen-Scan mit Trivytrivy image <name> listet die bekannten CVEs, bevor man entscheidet, wie dringend der Pull ist.

Windows: Ja, das gibt es noch

Winline, NoSpamProxy, Translogica-Clients — sie laufen unter Windows. Patch-Management dort heisst: WSUS oder einfach monatliche Wartungsfenster, Active Hours definiert, automatische Updates aktiviert, aber verzögert um eine Woche (um Microsoft-Rückzieher abzuwarten).

NIS2: Dokumentation ist die halbe Miete

Gepatcht zu haben ist gut. Nachweisen zu können, dass und wann gepatcht wurde, ist NIS2-konform. Ein Logfile, ein Eintrag im Markdown-Log, ein Screenshot — Hauptsache, Sie können im Audit zeigen, dass Updates regelmässig eingespielt werden.

Fazit

Patch-Management braucht kein SCCM und kein Enterprise-Budget. Es braucht ein Wartungsfenster, Automatismen, wo sie sicher sind, und eine Checkliste, die jeden Monat abgehakt wird. Der grösste Feind des Patch-Managements ist nicht die Technik, sondern die Aufschieberitis.

Weiterführende Quellen